Freiwillige Feuerwehr Stadt Rödental

Elektrische Gefahren an der Einsatzstelle

Am Freitag den 11.02.11 war im Gerätehaus Zentrum für die gesamte Wehr Unterricht. Thema des Vortrags war elektrische Gefahren an der Einsatzstelle und Sicherheitsmaßnahmen. Der Löschzugführer von Rothenhof, Oberlöschmeister Jürgen Präcklein, hielt den Unterricht. Er ist angestellt bei der SÜC Coburg und im Bereich Netzleitstelle, Netzschutz und Kabelfehlerortung als Elektromeister zuständig. Gerade Stromunfälle sind sehr gefährlich, da man Strom weder sieht, hört oder riecht. Der Vortrag war in vier Bereiche gegliedert.

Allgemeine Gefahren von Strom

Zu Beginn des Vortrags berichtete er viel über die allgemeinen Gefahren, mit denen Einsatzkräfte umgehen müssen, wie beispielsweise über den Spannungstrichter, der entsteht, wenn  eine Hochspannungsleitung auf einem Fahrzeug oder auf dem Boden liegt. Der Trichter ist kreisförmig um den betreffenden Bereich wirkend und nimmt mit zunehmenden Abstand und Beschaffung des Untergrunds ab. Bewegt sich innerhalb des Trichters eine Person entsteht eine so genannte Schrittspannung zwischen dem Abstand der beiden Füße und kann – je nach Abstand – lebensgefährlich sein. Sollte man darin stehen kann man durch hüpfen oder mit ganz kleinen schleifenden Schritten diesen Bereich sicher verlassen.

Ebenso erklärte er das man keine Personen berühren sollte, wenn diese einen Stromschlag bekommen haben, wegen eines defekten Kabels oder ähnlichem. Die Muskeln von dieser Person verkrampfen auf Grund des Stromes und kann somit nicht mehr loslassen. Versucht jemand anders, die Person vom Kabel zu entfernen und hat keine isolierenden Gegenstand, besteht die Gefahr, dass derjenige auch einen Stromschlag bekommt und gegebenenfalls auch verkrampft und somit selbst zum Opfer wird.

Wirkung von Strom im Körper

Weiterhin erklärte er wie der menschliche Körper auf Stromschläge reagiert. Bis 0,5mA sind Stromschläge harmlos für den Körper. Alles darüber kann schädlich oder tödlich für den Menschen sein. Stromstärken über 10mA können im Körper Kammerflimmern und Herzrasen verursachen. Ab 200mA entstehen im Körper, speziell in den Blutgefäßen, Verbrennungen, wodurch die Chancen für einen Menschen zu überleben stark sinken. Über 3A sorgen für äußere Verbrennungen und die Wahrscheinlichkeit zu  überleben ist gleich null. Ebenfalls zu erwähnen ist hier vor allem, dass in jedem Haushalt an Steckdosen eine Spannung von 230V anliegt. Der Körper hat einen Innenwiderstand von 1000Ohm. Mittels Ohmschen Gesetz berechnet sich hier aus eine Stromstärke im Körper von 233mA. Es besteht absolute Lebensgefahr! Somit sollte man alle defekten Kabel und Isolierungen meiden!

Gefahren an der Einsatzstelle

Im zweiten Teil sprach OLM J. Präcklein über die Gefahren an der Einsatzstelle. Beispiele dafür sind ein Auto, dass einen Stromkasten überfahren hat und man die Gefahr nicht sofort ersehen kann. Somit ist es möglich, dass das Auto unter Strom steht und wenn ein Feuerwehrmann dieses berührt einen Stromschlag bekommen kann. Ebenso ziemlich häufig vorkommende Einsätze sind das Auspumpen eines Kellers. Die Einsatzkräfte wissen nicht was sich für elektrische Geräte im Keller befinden und unter Wasser stehen. Das Gefahrenpotential steigt dadurch enorm. Deshalb sollte die Tauchpumpe auch niemals mit der Hand ins Wasser gestellt werden, sondern an der daran befestigten Leine. Weiterhin muss auf jeden Fall ein Personenschutzschalter verwendet werden, wenn die Steckdose im Haus verwendet wird. Man kann nicht mit Sicherheit sagen, dass die Steckdose keine Schäden hat. Die beste Lösung dafür ist immer noch die eigenen Stromerzeuger zu verwenden. Bei diesen Geräten wissen wir, dass sie funktionieren und nichts passieren kann.

Einsatzrichtlinien

Abschließend vom Unterricht wurden die Vorgehensweisen bei einem Einsatz mit Strom erläutert. In erster Linie ist immer zu beachten, dass keiner in ein Gebäude geht, in dem beispielsweise eine Trafostation brennt. Das erste was immer gemacht werden muss, ist den Betreiber informieren. Solange der Betreiber nicht vor Ort ist und das O.K. für das Betreten des Grundstücks gibt, bleibt jeder in ausreichendem Abstand. Der zuständige Betreiber schaltet die Anlage frei und gibt den Feuerwehrleuten Hinweise, wo sie sich bewegen dürfen. Anschließend können die Einsatzkräfte zum Brand vordringen und mit dem Löschen beginnen.

Beim Löschen sind weitere Regeln zu beachten. Je nach Anlage und Höhe der Spannung muss man bestimmte Sicherheitsabstände einhalten und das passende Löschmittel auswählen. So gilt bei Spannungen bis 1000V ein Abstand von 1m bei Sprühstahl und 5m bei Vollstrahl. Bei Anlagen mit einer Spannung über 1000V gilt ein Abstand von mind. 5m bei Sprühstahl und 10m bei Vollstrahl. (Gilt nur für genormte CM-Strahlrohre)

Richtlinien bei Bränden in elektrischen Anlagen:

  1. In sicherer Entfernung bleiben
  2. Absperren und Personen warnen
  3. Betreiber informieren
  4. Anlage freischalten lassen
  5. Vom Betreiber einweisen lassen
  6. Passendes Löschmittel auswählen
  7. Zum Brand vordringen
  8. Löschen des Brandes

von F.Werrmann

1 Kommentar
  1. Uwe Valentin
    03.07.2011
    21:47
    Antworten

    Hallo, Kameraden!!
    Eine tolle Sache, die Ihr da gemacht habt! Vielleicht könntet Ihr mir bei einem Riesenproblem helfen:Ich suche Berichte von Fw-Unfällen mit el. Strom für eine Lehrprobe beim B-3 Lehrgang in Kassel! Bräuchte mind. 1 schon bis spätestens 4.7. abends! Bericht schicken od. website angeben…Vielen Dank im Vorraus!! MfG Uwe Valentin

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