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Unterricht – Gefahrguteinsätze
Gefahrguteinsätze sind für alle Einsatzkräfte der Feuerwehr ein gefährliches Thema. Gerade bei solchen Einsätzen ist eine enorm hohe Gefährdung vorhanden, nicht nur für die Feuerwehr, sondern vor allem auch für die Bevölkerung. Gifte Dämpfe, ätzende Laugen oder anderweitige Gefahrstoffe können verheerende Auswirkungen haben. Deshalb muss die Feuerwehr genau wissen was sie macht und wie sie reagieren muss.

Am 26.02.11 war Unterricht für den Löschzug Zentrum und Thema war Gefahrguteinsätze. Der Kreisbrandmeister und Gefahrgutbeauftragte KBM des Landkreises Coburg, Stefan Zapf, hielt den Unterricht. Der Vortrag diente dazu, die immer wieder geübten und schon in vorherigen Unterrichten besprochenen Gefahren und Vorgehensweisen an Einsatzstellen zu vertiefen.
Zu Beginn des Unterrichts zeigte Stefan Zapf einige Einsätze mit Gefahrgütern. Hierbei zeigte er, dass nicht nur giftige Stoffe als Gefahrgut gelten, sonder auch übliche Güter, wie Acetylenflaschen oder Sauerstoffflaschen, die jedem im täglichen Leben immer wieder begegnen, dazu gehören. Solche Flaschen die zum Beispiel bei Schweißgeräten verwendet werden sind große Gefahrstellen, wenn diese in einem Brandraum stehen. Anschließen ging er noch auf einen unserer Einsätze ein - den Gefahrguteinsatz in Tambach, bei dem Chlorgas freigesetzt wurde.
Als nächstes erklärte er die unterschiedlichen Kennzeichnungen von Fahrzeugen, die Gefahrgüter transportieren, wie man diese erkennt und welche Gefahren diese bergen. Erkennen kann man diese an den orangenen Warntafeln, die hinten und vorne an den Fahrzeugen befestigt sind.
Ein kurzer Auszug aus der Kennzeichnung der Warntafeln:
Eine orangene Warntafel ohne Beschriftung weißt darauf hin, dass mehrere verschieden Gefahrgüter geladen sind. Ist die Tafel beschriftet, befindet sich nur ein Gut auf dem Fahrzeug. Auf dem Schild sind dann immer zwei Nummern vorhanden. Die obere Nummer stuft die Güter in eine der neun Klassen ein. Die erste Ziffer davon ist immer die Gefahrenklasse, die anderen, falls vorhanden, erhöhen diese oder geben zusätzliche Informationen.
- Klasse 1: Explosive Stoffe und Gegenstände mit Explosivstoff
- Klasse 2: Verdichtete, verflüssigte oder unter Druck gelöste Gase
- Klasse 3: Entzündbare flüssige Stoffe
- Klasse 4.1: Entzündbare Feste Stoffe
- Klasse 4.2: Selbstentzündliche Stoffe
- Klasse 4.3: Stoffe die bei Berührung mit Wasser entzündliche Gase bilden
- Klasse 5.1: Entzündend (oxidierend) wirkende Stoffe oder brandfördernde Stoffe
- Klasse 5.2: Organische Peroxide
- Klasse 6.1: Giftige Stoffe
- Klasse 6.2: Ansteckungsgefährliche Stoffe
- Klasse 7: Radioaktive Stoffe
- Klasse 8: Ätzende Stoffe
- Klasse 9: Verschiedene Stoffe und Gegenstände
Die zweite Nummer, unten auf dem Schild, ist eine Kennziffer für den Stoff die das Fahrzeug geladen hat und kann in einer Datenbank nachgelesen werden.

Im weiteren Verlauf des Unterrichts sprach KBM Zapf über die Vorgehensweise bei Gefahrguteinsätzen. Hierzu erklärte er das vorgehen nach GAMS:
G: Gefahr erkennen
Das erste was bei einem dieser Art gemacht werden muss, ist herauszufinden, um was für einen Stoff es sich handelt
A: Absperren
Anschließen muss der Betroffene Bereich weiträumig abgesperrt werden. Der Radius für die Absperrung hängt vom Gefahrstoff ab. Grundlegend gilt aber immer ein Abstand von mind. 100m
M: Menschenrettung
Erst nachdem der Bereich gesichert ist, erfolgt die Menschenrettung, falls Personen betroffen sind
S: Spezialkräfte rufen
In jedem Fall müssen Fachkräfte für Gefahrguteinsätze gerufen werden. In der Feuerwehr Rödental sind wir selber die Fachkräfte dafür, da wir ein ABC-Zug stellen.
Unabhängig davon wird zusätzlich ein Fachberater von TUIS (Transport-Unfall-Informations- und Hilfeleistungssystem) kontaktiert. Hier werden spezifische Informationen abgefragt und die richtige Vorgehensweise genannt. Bei erhöhtem Gefahrenpotential wird ein Fachberater mittels Hubschrauber extra zum Einsatzort geflogen und wenn nötig, wird ein Spezialfahrzeug mit extra für Gefahrguteinsätze ausgerüstetem Gerät an die Einsatzstelle alarmiert.
Zum Schluss ging Stefan Zapf auf die Änderungen der Zeichen für Gefahrgüter ein. Im Lauf der Zeit wird weltweit ein Standardsystem eingeführt, damit Gefahrstoffe überall und sofort erkannt werden können.
Ab dann gelten folgende Zeichen:

Außerdem zeigte er noch ein paar Videos, was passieren kann bei Bränden mit Gefahrgütern.
Der Unterricht von KBM Stefan Zapf war sehr aufschlussreich und interessant und zum Schluss machte er noch einige Vorführungen. Zum einen demonstrierte er wie gefährlich Sauerstoff sein kann, mittels Stahlwolle die er anzündete und in ein mit Sauerstoff gefülltest Glas gab und man erkennen konnte wie schnell diese abbrennt und zum anderen demonstrierte er noch die Wirkung von Natrium mit Wasser auf dem Hof der Feuerwehr. Er mischt diese beiden Sachen und kurz darauf gab es eine kleine Explosion.
von F. Werrmann


Freiwillige Feuerwehr Stadt Rödental
Gut zu wissen! Man sollte auf jeden Fall solche Informationen wissen. Danke für den informativen Artikel! Gruß, Thomas Sieger!